Foreign Devils on the Silk Road
Forschungsfeld Cultural Studies

 

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Peter Hopkirk: Sichoulu shang de waiguo mogui [丝绸路上的外国魔鬼], Beijing, 1982.

 Das vorliegende Buch ist eine Übersetzung von dem 1980 erschienenen Werk von Peter Hopkirk, Foreign Devils on the Silk Road: The Search for the Lost Cities and Treasures of Chinese Central Asia (deutsch: Die Seidenstrasse: Auf der Suche nach verlorenen Schätzen in Chinesisch-Zentralasien, München: List, 1986).  

Das Buch beschreibt die Wiederentdeckung der Seidenstraße durch Forscher und Abenteuerer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, darunter Sven Hedin, Aurel Stein, Paul Pelliot und Langdon Warner. In einem anklagenden Ton wirft Hopkirk den Forschern vor, Chinas kulturelle Schätze geraubt und tonnenweise nach Europa geschleppt zu haben. Zum großen Kummer der chinesischen Gelehrten sind die Artefakte aus Zentralasien – insbesondere aus Dunhuang – nun in Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt verstreut.

Die Zusammenstellung des Buches erfolgte, so schreibt Hopkirk in seinem Vorwort, mit Unterstützung von Professor Xia Nai [夏鼐], dem Direktor des Archäologischen Instituts in Peking. Xia (1910-1985) war ein Archäologe, der 1946 seinen Doktortitel in Ägyptologie am University College London erhielt. 1944 nahm er seine Tätigkeit am Department of Archaeology am Institute of History and Philology der Academia Sinica (1943-1949) auf und wurde dessen Direktor 1948. Als die Academia Sinica 1949 nach Taiwan verlegt wurde, bliebt Xia in China und wurde Mitglied der Chinese Academy of Sciences.

Der besondere Charakter dieses Buches ist nicht allein die Kooperation zwischen chinesischen und ausländischen Wissenschaftlern, sondern auch der Umstand, daß es relativ zeitig ins Chinesische übersetzt wurde, nämlich fast innerhalb eines Jahres. Durch die kritische und anklagende Beschreibung der Raubzüge der europäischen Imperialisten gewinnt das Buch - insbesondere im chinesischen Vorwort - einen politischen Charakter, der mit der Reaffirmierung des chinesischen Kulturerbes in dieser Zeit einhergeht, und in der Forderung nach Restitution zum Ausdruck kommt. Letztlich war es aber die große Leistung der Übersetzung, die Wiederentdeckung von Dunhuang in den 1980er Jahren entscheidend gefördert zu haben.